Die Geschichte des Kleingärtnervereins Hafenwiese e.V.

Umzug zum 30-jährigen Bestehen des Kleingärtnervereins Hafenwiese.

Umzug zum 30-jährigen Bestehen des Kleingärtnervereins Hafenwiese.

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Die Anfänge der „Hafenwiese“ muss man in den Hungerjahren ab 1918 suchen. Das Gelände gehörte der Hoesch AG, dem Gut Dellwig zugeordnet, das im Besitz des Unternehmens war. Da die Leute Hunger hatten, begann man, ohne zunächst an organisierte Kleingärten zu denken, das Gelände zu parzellieren. Jedem Bewerber wurde ein „Sechziger“ zugewiesen, das sind 270 Quadratmeter. 1930 wurde das Ganze zur sozialen Einrichtung des Werkes und als Gartenbauverein Hafenwiese zum Vorbild für ähnliche werkseigene Anlagen (so der Originaltext). Das Gelände wurde neu geplant und so vermessen, dass jede Parzelle 300 Quadratmeter umfasste; nur die Eckgärten waren, je nach Lage, etwas größer oder kleiner. Die Gründungsversammlung fand im September 1930 im Gasthaus Deutscher Hof statt, eine Woche vorher war im Uhlandshof eine Versammlung mit ähnlichem Thema.

Der Krieg hatte schwere Wunden gerissen. 28 Bombentrichter hatten das Gelände durchwühlt, kaum eine Laube war unbeschädigt, ein großer Teil völlig zerstört. In diese Zeit fällt ein besonders tragisches Geschick eines Gartenfreundes, nämlich die Ermordung am Karfreitag 1945 im Rombergpark durch die GESTAPO. Gfd. August Kanwischer gehörte dem Widerstand an, er wurde in seiner Laube Nr. 36 verhaftet.

Ab 1945 wurde das neue Vereinsheim geplant und mit dem Bau trotz vieler Schwierigkeiten begonnen und 1951 fertig gestellt. Durch Erzählungen ist überliefert, dass die Kleingärtner Ziegelsteine aus den Trümmern der umliegenden zerbombten Häuser „besorgen“ mussten, damit das Vereinsheim gebaut werden konnte. Jedes Mitglied hatte 100 Steine zu liefern.

Blick auf die Hafenwiese, ca. 1961.

Blick auf die Hafenwiese, vermutlich vor 1961. Das genaue Aufnahmedatum ist nicht bekannt.

Blick auf die Hafenwiese, vermutlich vor 1961. Das genaue Aufnahmedatum ist nicht bekannt.

Die Hafenwiese erhielt von 1952 bis 1960 im Wesentlichen das Bild, wie wir es heute kennen. Die Hauptwege wurden angelegt, die Rosenrabatten bepflanzt. Zur Bundesgartenschau 1959 wurden durch das Gartenamt der Stadt zwei Mustergärten gestaltet, die Gärten Nr. 64 und 67. 1960/1961 brauchte Hoesch zur Betriebserweiterung Gelände, daher wurde die Anzahl der Gärten von 324 auf 224 verringert.

Im südlichen Teil entstand 1973 der 225. Garten.


Im Laufe der Zeit ging es immer emsig weiter. Die Lauben bekamen Strom, 18.000 Meter Kabel wurden verbuddelt. Die Wege wurden ausgebaut, die Brauerei wurde gewechselt, der Schankraum im Vereinsheim erhielt das heutige Aussehen. Das Industriegebiet im westlichen Teil der Anlage wurde von der Stadt Dortmund übernommen und somit die gesamte Anlage zur Dauerkleingartenanlage. Die Zählerkästen mussten erneuert werden. Die Heizung wurde auf Flüssiggas umgestellt. Das Dach vom Vereinsheim wurde neu eingedeckt und auch eine Fassadenrenovierung war fällig. Die Bestuhlung musste ausgetauscht werden und die große Tür im Saal entsprach nicht mehr den Anforderungen, ein erheblicher finanzieller Aufwand war für die Neuanschaffungen erforderlich. In den letzten zwei Jahren wurden sowohl der Spielplatz als auch der Festplatz komplett erneuert. Hier hatten wir mit Sponsoren Glück, die einen Großteil der Kosten übernahmen.

Zwei negative Schlagzeilen gab es in der Hafenwiese im Jahre 2008/2009. Durch eine Betriebserweiterung sollten wiederum 53 Gärten weichen. Gottseidank konnte dieses abgewendet werden. Vom Umweltamt kam die Information, PCB in erhöhter Konzentration ist auch in der Hafenwiese gemessen worden. Der Verursacher ist zwar noch nicht gefunden, aber durch weitere Untersuchungen ist belegt, dass der Boden n i c h t belastet ist.

Update 2017: Verursacher war die Fa. Envio

Vorsitzende der Hafenwiese:

1930 – 1931 Antonia Nordhoff
1931 – 1945 Wilhelm Pötter
1945 – 1948 Alfred Mai
1948 – 1951 Paul Nalewski
1951 – 1952 Hugo Ritzenhof
1952 – 1960 Heinrich Keuning
1960 – 1961 Anton Wemmer
1961 – 1967 Heinrich Keuning
1967 – 1973 Gerd Hirschbeck
1973 – 1977 Hans Tank
1977 – 1979 Walter Becker
1979 – 1989 Dieter Anders
1989 – 1997 Hans Lehmann
1997 – 2004 Dieter Anders
2004 – 2005 Rainer Mann
2005 – Thomas Scherer

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